Wahlprogramm 2021

Im Folgenden erhalten Sie einen ersten Überblick unserer Ziele, untergliedert in die verschiedenen Bereiche.

In den kommenden Tagen werden wir hier weitere Bereiche veröffentlichen.

Unser Fahrplan

Innenstadt 2030: Wie soll unser Stadtzentrum im neuen Jahrzehnt aussehen? Wir haben bewusst nicht mit einem Dialogformat oder ‚Rundem Tisch‘ begonnen. Der CDU-Bürgermeisterkandidat hat bereits im Oktober 2020 zusammen mit anderen Vorstandsmitgliedern zahlreiche Gewerbetreibende in der Fußgängerzone besucht. Die Situation vor Ort und insbesondere die Sorgen konnten so unmittelbar aufgenommen werden. Politik muss zuhören, aber vor allem Lösungswege aufzeigen. Wir legen deshalb ganz bewusst und zu diesem frühen Zeitpunkt einen konkreten Entwurf vor. Im Laufe der kommenden Monate wird dieser unsere Gesprächsgrundlage sein. Hinweise, Ideen und Kritik werden wir konstruktiv in einen kontinuierlichen Prozess aufnehmen und vor der Kommunalwahl die endgültige Fassung unserer Vorstellungen zur „Innenstadt 2030“ präsentieren.

Zur aktuellen Lage

Die Corona-Pandemie wird sich in Deutschlands Innenstädten schmerzlich bemerkbar machen. Für und in Wolfenbüttel hat sich die Innenstadt-Frage schon lange vor dem Online-Handel und der Pandemie gestellt. Mit der Schließung von Karstadt bzw. Hertie im Jahr 2009 verlor insbesondere die Fußgängerzone ihren wichtigsten Anziehungspunkt für Konsumenten und deren Ströme. Insgesamt verging danach ein gutes Jahrzehnt, in dem der Leerstand des Gebäudes die Attraktivität Wolfenbüttels als Einkaufsstadt fortlaufend schwächte. Nach so langer Zeit waren die meisten Bürgerinnen und Bürger froh, dass mit dem Löwentor zumindest der ruinenhafte Zustand beendet wurde. In diesem Jahrzehnt (ab 2009) betrug das Wachstum im Online-Handel 368 Prozent. Der Brutto-Umsatz im deutschlandweiten Online-Handel betrug im vierten Quartal 2015 9,6 Mrd. Euro. Im vierten Quartal 2019 war es ohne Pandemie bereits mehr als das Doppelte. Das ist ein deutlicher und nicht mehr umkehrbarer Trend. Dieses Geld fehlt in Deutschlands Fußgängerzonen. Spätestens im Jahr 2020 haben sich viele Menschen einen Amazon- oder Zalando-Konto zugelegt, die vorher nicht im Internet bestellt hatten. Im gesamten Jahr 2000 lag der Umsatz des Online-Handels noch bei unter 1,5 Mrd. Euro, während es 2020 über 80 Mrd. Euro waren. Im gleichen Zeitraum haben die großen Handelsunternehmen vermehrt auf das Prinzip des Einkaufszentrums bzw. „Mall“ gesetzt. Die Schloss-Arkaden in Braunschweig sind eines von rund 200 Projekten deutschlandweit, die in den letzten beiden Jahrzehnten entstanden sind. Diese parallelen Entwicklungen – Online-Handel und Einkaufszentren – haben dem klassischen Einzelhandel in den Fußgängerzonen zugesetzt. Auch ohne Corona-Pandemie war diese bereits einsetzende Entwicklung absehbar. Ungeachtet dessen sind die Gewerbemieten in den meisten Innenstädten gestiegen – vor allem in exponierten Großstädten. Stagnierende oder sinkende Gewerbemieten in den Innenstädten von Mittelzentren sind eine logische Konsequenz der beschriebenen Entwicklung.

Warum wir an der Innenstadt festhalten

nnenstädte sind mehr als Einkauf. Natürlich decken sie die Nachfrage in verschiedenen Konsumbereichen. Sie sind aber darüber hinaus auch ein prägender Ort von Begegnungen und sozialen Kontakten und schaffen so eine Verbundenheit zwischen der Stadt und den Einwohnerinnen und Einwohnern. In Wolfenbüttel ist dieses Stadtzentrum seit Jahrhunderten ein gewachsener Ort des Lebens. Hier haben sich zahlreiche historische Begebenheiten ereignet und zudem unzählige persönliche Momente von uns allen abgespielt. Die Innenstadt ist als sozialer Raum unerlässlich und das Herzstück unserer schönen Lessingstadt. Es wird von entscheidender Bedeutung sein, dass wir Leerstände in der Innenstadt vermeiden. Unsere Vorstellung ist deshalb: Die Innenstadt ist mehr als nur Konsumort. Einkaufen, Wohnen, Freizeit und Arbeiten können Hand in Hand gehen. Unsere Innenstadt hat einen besonderen Charme und wir wollen, dass dort das Leben pulsiert. Menschen sollen sich dort gerne aufhalten und wohlfühlen – nur dann können auch die Geschäfte und die Gastronomie daran teilhaben.

Löwentor

Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Das Löwentor ist zumindest noch nicht zum Postkartenmotiv avanciert. Natürlich wollen Architekten zeitgemäß bauen und keine vergangenen Baustile imitieren, was in Altstädten stets Konflikte birgt. Der Blick aus Richtung Krambuden und Schlossplatz zeigt jeweils, dass in diesem Abwägungsprozess Funktion vor Ästhetik ging. Das historische Ensemble wird durch das Löwentor gestört. Es fügt sich im Vergleich zum abgerissenen Gebäude nicht in die historische Altstadt ein. Wir wollen keine neue Großbaustelle, aber eine optische Aufwertung des Gebäudes prüfen. Ziel dieser Prüfung ist, mit einfachen Mitteln eine ansprechende äußere Aufwertung zu erreichen. Die Landkreisverwaltung als Mieter ist sicherlich solide, leistet jedoch keinen Beitrag dazu, die Innenstadt zu beleben. Mieterwechsel sind im Löwentor absehbar, sodass die Stadt als maßgebender Anteilseigner politisch gewollte spätere Nutzungen definieren kann und muss. Der Fakultät für Recht an der Ostfalia-Hochschule möchten wir anbieten, in die Innenstadt umzuziehen – am besten in das Löwentor. 1.200 Studenten beleben und verjüngen die Innenstadt. Der neue Standort würde den Anreiz für Studenten erhöhen, nach Wolfenbüttel zu ziehen und hier zu leben. Die Stadt sollte unabhängig vom Löwentor den Umzug eines Ostfalia-Instituts durch gezielte Maßnahmen begleiten und bei der Findung einer geeigneten Immobilie unterstützend wirken. Ein Hotelbetrieb wäre im Löwentor langfristig ebenfalls denkbar. Der Standort mit Blick auf das Schloss und in direkter Reichweite vieler Sehenswürdigkeiten wäre für diese Nutzungsart sehr attraktiv. Grundlage für eine derartige Lösung ist ein erheblicher Anstieg des Kultur-bzw. Bildungstourismus, der ebenfalls einen Schwerpunkt in unserem Wahlprogramm bildet. Kurz- und mittelfristig ist die Umnutzung des Gebäudes unwahrscheinlich. Ein Hotelbetrieb im Bereich der Fußgängerzone ist jedoch generell erstrebenswert und eng mit der Nutzung des Parkhauses im Löwentor verknüpft.

Leerstände vermeiden

Fragen der Zwischenmiete von Schaufensterflächen, der Belebung von oberen Etagen oder der strategischen Entwicklung einzelner Quartiers- und Gewerbestrukturen können nur unter Einbindung der Gewerbetreibenden und Eigentümer erfolgen. Wir werden nach der Wahl einen Dialogprozess beginnen, um alle Beteiligten auf diesem Weg mitzunehmen. Einen so tiefgreifenden Strukturwandel kann man nicht von oben diktieren. Es geht nur gemeinsam. Den Eigentümern muss klar sein, dass jeder Leerstand zum Niedergang der Innenstadt beiträgt und damit auch ihre Immobilien in der Wertentwicklung negativ beeinflusst. Eine Innenstadtbelebung lässt sich nicht von heute auf morgen organisieren. Es braucht kreative Zwischenlösungen. Wir wollen die Möglichkeit anbieten, Schaufensterflächen für die Zwischenmiete zu nutzen, um Leerstände zu überbrücken. Sichtbare Lücken müssen vermieden werden. Sie erzeugen den Eindruck einer „toten“ Stadt. Alternativ können Schaufenster oder Ausstellungsflächen an benachbarte Geschäfte untervermietet oder überlassen werden, bis ein Nachfolger gefunden wurde. Moderation seitens der Politik sollte hierbei die Grundlage bilden.

Wohnen und Arbeiten im Stadtzentrum

Die Steigerung des innenstädtischen Wohnraums mit denkbaren Lösungsansätzen zählt zweifellos zu den zentralen Aufgaben unsers zukünftigen Handelns. Im Erdgeschoss wird der Umsatz erzielt, wenn in den Etagen darüber Leben ist. Gleichzeitig müssen wir auch Büroflächen in der Innenstadt etablieren, wie es bereits jetzt in der ehemaligen „Bähr-Immobilie“ erfolgreich geschieht. Arbeiten und Wohnen gehen Hand in Hand, ergänzen sich sinnvoll und werden auch für den Konsum förderlich sein. Wir brauchen ein vernünftiges und ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Leben und Denkmalschutz. Historische Gebäude können nur erhalten werden, wenn sie auch genutzt werden. Die Innenstadt darf keinen Museumscharakter“haben. Deshalb müssen wir uns auf Landesebene für pragmatische Lösungen einsetzen und auf Ausnahmeregelungen im Landesdenkmalschutzgesetz hinwirken, damit die sinnvolle Nutzung von Gebäuden nicht am Denkmalschutz scheitert.

Der Trend zu Bürogemeinschaften von Freiberuflern und kleineren Unternehmen war schon vor der Corona-Pandemie stark ausgeprägt und kann auch für die Zeit danach ein sinnvolles Arbeitsmodell, gerade im Stadtzentrum, sein. Vielfach sind diese neuen Arbeitsformen auch eine Alternative zum Homeoffice, wenn die eigenen vier Wände nicht als Arbeitsplatz genutzt werden können oder sollen. Gemeinsame Arbeitsplätze und ein Gründerzentrum, in dem Start-Ups sprichwörtlich Raum bekommen, lassen sich hervorragend verbinden. Teilweise gibt es schon kleinere Unternehmensgründungen aus der Hochschule heraus, die im Bereich Am Exer angesiedelt sind. Studentische Gründungen können hier eine Vorreiterrolle einnehmen. Deshalb wollen wir einen Partner suchen, um eine geeignete Immobile zu finden oder zu entwickeln.

Wolfenbütteler Lebensart

Die Fußgängerzone ist das Wohnzimmer der Stadt. Auf dem Weihnachtsmarkt stehen die Menschen dicht gedrängt in Gruppen zusammen, erzählen, genießen die friedvolle Adventszeit, staunen über festlich geschmückte Höfe und freuen sich auf kulinarische Spezialitäten. Dieses einmalige Lebensgefühl lässt sich auch auf die warme Jahreszeit übertragen. In Verbindung mit dem Stadtmarkt als zentralem Ort sollen Standbetreiber ermutigt werden, beispielsweise Sekt, Wein und Käse anzubieten, so wie wir es aus Südeuropa oder Süddeutschland kennen. Die Fußgängerzone und der Stadtmarkt sollen als Ort verstanden werden, wo Menschen länger verweilen und nicht nur ihre Erledigungen tätigen.

Der Stadtmarkt ist aus unserer Sicht ein Anziehungspunkt, wenn er als Veranstaltungsort genutzt wird. Weihnachtsmarkt oder Maifest sind feste Größen im Kalender der Wolfenbüttelerinnen und Wolfenbütteler sowie für Besucherinnen und Besucher. Es muss politischer Wille sein, eine möglichst häufige und vielfältige Nutzung dieser Fläche sicherzustellen. Es gilt, Kapazitäten mit anspruchsvollen Formaten zu füllen. Gerade die kulturellen Einrichtungen in Wolfenbüttel spielen dabei eine besondere Rolle. Wolfenbüttels Tradition im Bereich der klassischen Musik möchten wir mit einer entsprechenden Veranstaltung auf dem Stadtmarkt Ausdruck verleihen. Auch Modenschauen, Bus-Pulling oder Oldtimer-Treffen und Puppentheater leisten einen Beitrag, die Innenstadt zu beleben. Hier muss die Stadt  eine steuernde Wirkung einnehmen und aktiv auf mögliche Partner zugehen.

Erlebnisse schaffen

Unser Ziel ist die Öffnung des Hausmannsturms (Schlossturms) für Besucher. Bauliche Fragen und der Brandschutz müssen dafür geklärt werden. Der Besuch des Turms und gegebenenfalls weiterer, bisher nicht zugänglicher Bereiche im Schloss – z. B. Teile des Dachstuhls – wird regionale Besucher anziehen und den Bürgerinnen und Bürgern einen neuen Blick auf ihre Stadt ermöglichen. Der Turm wird ein Anziehungspunkt sein und Menschen in das Zentrum bringen. Die Kosten für den Umbau unter Einbeziehung von Spenden, Fördergeldern und Sponsoren erscheinen mittel-und langfristig in einem vertretbaren Verhältnis. Kleinere Projekte können ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Bereicherung der Innenstadt leisten. Wir werden zwei Bänke aufstellen, die dezent Musik spielen. Dabei werden wir auf klassische Werke setzen, die an die musikalische Tradition Wolfenbüttels der Renaissance und des Barocks anknüpfen. So wie Mozart in Salzburg und Chopin in Warschau aus Stadtmöbeln klingen, wird in der Stadt Michael Praetorius zu hören sein. Sinnvolle Standorte könnten die Bereiche Am Alten Tore und die Okerstraße sein.

Angebote koordinieren

Viele Misserfolge der letzten Jahre gehen auf ein Überangebot zurück. Eine ausgewogenes Angebot wird Kunden und Händlern gleichermaßen zu Gute kommen. Dazu werden wir alle zwei Jahre eine städtische Potenzialanalyse auf Basis von Umsätzen und einer eigenen Umfrage veröffentlichen. So werden wir eine Datengrundlage schaffen, auf deren Basis sich der Bedarf für verschiedene Gewerbe besser abschätzen lässt. Die Analyse wird selbstverständlich unentgeltlich zur Verfügung stehen.

Lokales Marketing überdenken

Die Stadt Wolfenbüttel hat eine sehr gute Werbekampagne, die das Image als „Wohnzimmer der Region“ optimal transportiert. Diese Werbemaßnahmen laden Menschen aus der gesamten Region ein, hier zu wohnen. Dass diese Kampagne innerhalb Wolfenbüttels ebenfalls geschaltet ist, war sinnvoll, um dieses Image auch intern zu etablieren. In Zukunft muss die Kampagne innerhalb der Stadt einen neuen Schwerpunkt erhalten und insbesondere das kulturelle Angebot sowie die Innenstadt als sozialen Raum in den Blick nehmen.

Mobilität neu bewerten

Eine Stadtplanung gegen das Auto und vermeintlich „für den Menschen“ ist in Mode, wird jedoch in Wolfenbüttel nicht umsetzbar sein. Auf tausend Bewohner im Landkreis kommen rund 600 Fahrzeuge. Die Mehrheit der Bewohner des Landkreises wohnt in den über einhundert Ortschaften und mehr als ein Fünftel der Stadtbewohner in den Ortsteilen der Stadt. Weder der ÖPNV noch der Fahrradverkehr sind in der Lage, das Auto vollständig zu ersetzen: durch Wetterlagen, umständlichen Transport von Einkäufen und eine älter werdende Bevölkerung wird das Fahrrad für eine Mehrheit der Autofahrer keine Alternative sein. Die Taktung des ÖPNV kann – gerade in den Abendstunden – ebenfalls nicht mit dem Individualverkehr konkurrieren. Die Belebung des Zentrums gegen die Autofahrer wird zwangsläufig scheitern. Die Fußgängerzone sollte an der Okerstraße enden. Eine behutsame Öffnung für den Verkehr bis zur Breiten Herzogstraße ist geboten. Eine vollwertige Integration in eine Fußgängerzone ist für diesen Bereich nicht mehr realistisch. Wir müssen daher umdenken und diesem Abschnitt durch die Befahrbarkeit und Parkmöglichkeiten Entwicklungschancen geben.

Zeitgemäßes Parken

Die Innenstadt entwickelt sich nur dann positiv, wenn sie häufig besucht wird. In unserer Region spielt dabei das Automobil die herausragende Rolle. Dieses wird sich auch auf absehbare Zeit nicht ändern. Parkraum bleibt mithin von entscheidender Bedeutung. Jedoch war die Vergütung von Parkraum in der Vergangenheit deutlich höher, als sie es in Zukunft sein wird. Mit dem gesunkenen Stellenwert von Fußgängerzonen als Konsumort sinkt auch die Bereitschaft, viel Geld fürs Parken auszugeben. Das Kurzzeitparken auf dem Stadtmarkt soll deshalb wieder möglich sein. Etwa zehn Parkplätze an der Südseite könnten für bis zu 60 Minuten und weitere zehn Parkplätze an der Ostseite für 30 Minuten genutzt werden. Zur Realisierung sind lediglich zwei technisch einfache Parkautomaten notwendig, die kostenlos einen Zettel mit der Start-Zeit drucken. Diese 20 Parkplätze sollen zeitlich begrenzt sein, um eine hohe Fluktuation zu sichern. Hier sollen Menschen einen Parkplatz finden, um kurz ins Rathaus zu gehen, Besorgungen zu machen oder sich auf einen Kaffee zu treffen. In der gesamten Innenstadt (grob die innere Okerumflut) wird der städtische Parkraum in den ersten 30 Minuten kostenlos sein. Dies lässt sich problemlos mit einer Parkscheibe realisieren, die Autofahrer nutzen können, wenn sie nicht länger als 30 Minuten parken möchten. Falls sie länger parken möchten, können die Parkautomaten wie gewohnt genutzt werden, wobei die Kosten für die erste Stunde halbiert werden. Auch von dieser Maßnahme versprechen wir uns eine Belebung innerstädtischer Gewerbe. Die Stadt verzichtet auch hier bewusst auf Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung, um im Gegenzug Einnahmen aus der Gewerbesteuer zu erzielen. Vor allem das Parkhaus „Löwentor“ ist nicht zufriedenstellend ausgelastet, wobei der Einfluss der Pandemie im vergangenen Jahr seinen Beitrag hierzu geleistet hat. Sollte sich mittelfristig zeigen, dass das Parkhaus weiterhin weit unterdurchschnittlich belegt ist, dann wird darüber nachzudenken sein, die ersten zwei bis drei Stunden Parkzeit kostenlos zur Verfügung stellen, um so die Innenstadt zu bestimmten Uhrzeiten oder Tagen zu beleben. Diese Subvention von Parkraum ist ein Abwägungsprozess. Bei einer leeren Innenstadt kann das Parkhaus nicht wirtschaftlich betrieben werden. Das gleiche gilt bei einem bewussten Verzicht benötigter Einnahmen. Der Verzicht auf Parkgebühren im November und Dezember 2020 entsprach dieser Logik und war völlig richtig. Den Einsatz eines Parkleitsystems mit elektronischen Anzeigetafeln werden wir prüfen. Es kann für Kurzzeitparkplätze Anwendung finden und sinnvoll mit einer Park-App realisiert werden. Handy-Parken, also das Lösen eines Parkscheins mit dem Smartphone, ist flächendeckend einzusetzen.

Denkanstöße bleiben

Die weiteren Sanierungen der Fußgängerzone sind notwendig, aber nicht dringlich. Derartige Maßnahmen müssen auf ihre zeitliche Umsetzbarkeit geprüft werden, damit der Einzelhandel und die Gastronomie in und nach diesen angespannten Zeiten keine Baustellen vor ihren Türen haben. Abhol-Geschäfte und Showrooms von Onlinehändlern sehen wir skeptisch, da sich diese Formate bisher nicht in Mittelzentren bewährt haben. Der Onlinehandel lässt sich kaum mit dem stationären Handel verknüpfen, da die Vertriebs- und Lieferwege auch ohne stationäre Elemente gut funktionieren. Pop-up-Stores werden in Wolfenbüttel höchstwahrscheinlich keinen ausreichenden Kundenstamm haben. Programme des Landes, des Bundes oder der Europäischen Union, die den Erhalt der Innenstädte fördern, sehen wir positiv und würden diese ausdrücklich begrüßen. Wir sehen jedoch hierbei die übergeordneten politischen Ebenen nicht in der Pflicht, lokale Probleme zu lösen. Der Bund hat bereits finanzielle Mittel zugesichert, wobei voraussichtlich 50 Mio. Euro auf Niedersachsen entfallen werden. Sollte das Land Niedersachsen diese Mittel aufstocken, ist dies ebenfalls sehr zu begrüßen, aber die Größenordnung der finanziellen Hilfen wird wahrscheinlich im sechsstelligen oder niedrigen siebenstelligen Bereich liegen. Die vollständige Öffnung für den Autoverkehr wie in anderen Städten halten wir für nicht zielführend. In Bad Harzburg oder Seesen war dieses zwar relativ erfolgreich, aber die historisch gewachsene Struktur unserer Fußgängerzone ist dafür nicht geeignet. Wohnflächen im Erdgeschoss halten wir zumindest entlang der Langen Herzogstraße nicht sinnvoll. Ziel muss in erster Linie eine gewerbliche Nutzung sein. Fahrradverkehr in der Fußgängerzone ist risikobehaftet. Es gibt Bereiche, die für Autos und Fahrräder freigegeben und solche, die ausschließlich für Fußgänger gedacht sein sollten. Gerade im Hinblick auf eine älter werdende Bevölkerung und die Kinderfreundlichkeit birgt ein mit Autos und Fahrrädern geteilter Verkehrsraum Konflikte.

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Die Corona-Pandemie trifft die Kommunen besonders hart. In der kommenden Ratsperiode wird entschieden, wie Wolfenbüttel aus dieser Krise hervorgeht. Wir müssen als Stadt kreativ sein und auch neue Wege gehen. Die Haushaltspläne der Stadt Wolfenbüttel der kommenden Jahre müssen konsequent darauf ausgerichtet sein, die Folgen der Pandemie klug zu bewältigen. Nur eine vitale Wirtschaft wird der Stadt Wolfenbüttel in der Zukunft die finanziellen Möglichkeiten geben, die Stadt erfolgreich weiter zu entwickeln und für die Menschen zu gestalten.

Coronabewältigung durch unbürokratische Verfahren

Unternehmen, Vereine und soziale Einrichtungen, die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken, müssen wir als Kommune entgegenkommen. Wir müssen für die Wolfenbütteler Unternehmen bestmögliche Rahmenbedingungen schaffen, damit möglichst viele, insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen, gut durch die Krise kommen. Die CDU Wolfenbüttel setzt sich nachdrücklich dafür ein, unserer heimischen Tourismuswirtschaft, der Gastronomie, dem Einzelhandel und der Kultur- sowie Event-Branche bei der Bewältigung der Folgen der CoronaPandemie tatkräftig zu helfen: Durch unbürokratische Verfahren im Rahmen der Möglichkeiten der Stadt Wolfenbüttel bei der Nutzung von Sonder- und Zusatzflächen im Außenbereich, geringfügigen baulichen Veränderungen, Sperrstunden und Öffnungszeiten sowie Genehmigungen von Veranstaltungen.

Senkung des Gewerbesteuer-Hebesatzes

Trotzdem bleibt für die CDU Wolfenbüttel das solide Wirtschaften mit öffentlichen Geldern ein Kernpunkt ihrer Finanzpolitik. Die CDU steht für eine gewissenhafte Haushaltspolitik und generationengerechte Investitionsmaßnahmen. Die CDU geht dabei verantwortungsbewusst mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger um. Die Notwendigkeit von kostspieligen politischen Entscheidungen, muss den Bürgern unserer Stadt transparent erklärt und dargestellt werden. Die CDU Wolfenbüttel ist gegen eine Erhöhung von Gewerbesteuern und strebt stattdessen eine befristete Senkung des Hebesatzes zumindest für die Veranlagungszeiträume 2020, 2021 und ggf. 2022 an, um die wirtschaftlichen Folgen der CoronaPandemie abzumildern.

Gründungscenter und Mietbürgschaften

Wolfenbüttel braucht eine erfolgreichere Wirtschaftsförderung. Der Leerstand von Gewerbeimmobilien muss aktiv bekämpft werden. Die Vermarktung von Gewerbeflächen und die Ansiedlung von neuen Geschäften und Unternehmen, die auch sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze schaffen, erfordert eine aktivere Rolle der Verantwortlichen. Die CDU Wolfenbüttel hat mit ihrem im Februar vorgelegten Innenstadtkonzept erste wichtige Akzente für die nächste Ratsperiode gesetzt. Existenzgründer sollen fachlich begleitet und beraten werden. Dazu soll nach Willen der CDU Wolfenbüttel ein von der Stadtverwaltung betriebenes „Gründungscenter“ eingerichtet werden, das Neugründungen von Unternehmen innerhalb und außerhalb der Innenstadt begleitet. Darüber hinaus möchte die CDU ein Programm auflegen, dass für einen zeitlich begrenzten Zeitraum Existenzgründern in leerstehenden InnenstadtLadengeschäften Mietbürgschaften durch die Stadt Wolfenbüttel gewährt. Der CDU ist nachhaltiges Wachstum der Wirtschaft wichtig, insbesondere in den leerstehenden Ladengeschäften gilt es aber wirtschaftliche Risiken abzusichern, bis sich die Unternehmen stabilisiert haben.

Wirtschaftsforum und Gewerbegebiete

Die CDU ist für die Weiterentwicklung und Ausweisung neuer Gewerbegebiete in einem Flächenutzungsplan 2040. Das Gewerbegebiet West sollte gemäß Flächennutzungsplan 2020 bis an die A36 entwickelt werden; die Bemühungen zur Ansiedlung von Gewerbebetrieben in bereits ausgewiesenen Flächen muss intensiviert werden. Die CDU verfolgt auch den Grundsatz, dass bereits in Wolfenbüttel ansässige Unternehmen sich in Wolfenbüttel adäquat weiterentwickeln und expandieren können müssen. Dafür schafft die CDU die Rahmenbedingungen. Bei Standortsicherung und -entwicklung der Wolfenbütteler Wirtschaft sind hierzu vor allem Abstimmungen mit den Unternehmen wichtig. Deren Planungs- und Handlungssicherheit sowohl in finanzieller Hinsicht als auch bei Flächenverfügbarkeit und -bereitstellung muss in einer engmaschigen Zusammenarbeit sichergestellt werden. Das bezieht auch eine intensivere partnerschaftliche Koordination mit den Verbänden der Wirtschaft und des Handwerks, den Innungen und weiteren Akteuren des Arbeitsmarktes ein. Die Rolle der Stadt Wolfenbüttel definiert sich dabei als Begleiter, Wegbereiter und Partner der Wirtschaft und soll schnelles, effizientes und unbürokratisches Handeln sicherstellen. Die CDU möchte künftig ein Wirtschaftsforum einrichten, um die betreffenden Unternehmen strategisch an der Entwicklung der Stadt und von (interkommunalen) Gewerbegebieten zu beteiligen.

High-Speed-Internet

Gleichwohl sind vorausschauend notwendige Rahmenbedingungen für ein weiteres, erfolgreiches Wachstum unserer städtischen Wirtschaft zu gestalten. Dazu zählen die Anforderungen an eine digitale Transformation des Mittelstandes und die Unterstützung zur Neustrukturierung angeschlagener Branchen – nicht nur in Folge der Corona-Pandemie. Der Anschluss aller Haushalte der Kernstadt und der Ortsteile Wolfenbüttels an das Breitbandnetz ist für die CDU Teil der kommunalen Daseinsvorsorge und unverzichtbar, um der Wirtschaft und den Bürgern gleichermaßen eine Zukunft zu geben. Gerade in den vergangenen Monaten hat sich gezeigt, wie wichtig ein guter Zugang zum Internet ist, weil sich durch Homeoffice und Homeschooling Wirtschaft, Arbeitswelt und Privatnutzung vermehrt mischen. Für die Wirtschaft unserer Stadt ist High-SpeedInternet unerlässlich. Die CDU setzt sich deshalb dafür ein, im gesamten Stadtgebiet kurzfristig flächendeckend das Glasfasernetz bis in alle Gebäude/ Anschlüsse auszubauen. Sollte die dafür von der Privatwirtschaft geforderte Zahl der Kunden-Neuaufträge nicht erreicht werden, muss die Problematik von der Stadt Wolfenbüttel neu bewertet und intensiv angegangen werden. Das ist eine nachhaltige Investition in die Zukunft unserer Stadt und gibt den Unternehmen und den Menschen, die hier leben und arbeiten, eine erfolgsversprechende Perspektive. Gleichzeitig erhöht dieses ausgebaute Netz die Attraktivität der Stadt Wolfenbüttel bei Gewerbe- und Industriegebieten, aber auch bei Menschen, die einen attraktiven Wohnstandort suchen. Die Wohnstadt Wolfenbüttel digital zu entwickeln setzt auch weiche Impulse der Zukunftsicherung für die Wirtschaft im Hinblick auf den beklagten Fachkräftemangel. Es sind viele Standortfaktoren, die den Zuzug junger Menschen beeinflussen. Schnelles Internet gehört bei den Attraktivitätskriterien ganz nach vorn.

Navigator für Fördermaßnahmen

Die Stadt Wolfenbüttel soll sich als Dienstleister der Wirtschaft verstehen und zielgerichtet auch über Fördermöglichkeiten beim Breitbandausbau individuelle Beratung anbieten. Die Stadt Wolfenbüttel soll losgelöst vom Breitbandausbau einen Navigator für alle nutzbaren Förderprogramme für die Wirtschaft entwickeln. Die Wirtschaftsförderung der Stadt muss dazu neu gedacht und neu aufgestellt werden.

Funklöcher beseitigen

Eine zeitgemäße kommunale Daseinsvorsorge im 21. Jahrhundert beinhaltet auch – gerade aus wirtschaftlichen Aspekten – eine optimale Netzabdeckung im Mobilfunkbereich. Die CDU Wolfenbüttel setzt sich für den flächendeckenden Ausbau des Mobilfunknetzes im gesamten Stadtgebiet, also auch aller Ortsteile, in der Qualitätsstufe von mindestens 5G ein. Das übergeordnete Ziel ist die vollständige Beseitigung sämtlicher „Funklöcher“, also aller Bereiche mit unzureichender Netzabdeckung im Mobilfunknetz. Die CDU tritt dafür ein, auch öffentliche Flächen oder städtische Gebäude für die Aufstellung von Sendemasten zur Verfügung zu stellen. Auch alternative technische Lösungen werden von der CDU gefördert.

WF-APP

Die CDU möchte mittelfristig eine „WF-APP“ entwickeln lassen, die es den Bürgern der Stadt ermöglicht, unkompliziert und digital mit dem Smartphone Leistungen der Stadtverwaltung zu nutzen. Alles was digital erledigt werden kann, sollte auch in einer solchen App gebündelt werden. Gewollt sind smarte, intelligente Lösungen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens in dieser Stadt. Dabei sollen Ressourcen gemeinsam genutzt und die Umwelt geschont werden.

Marketingmaßnahmen bündeln

Die Positionierung der Stadt als das erfolgreichste Mittelzentrum in der Region Braunschweig muss neu gedacht werden, ausgerichtet auf das Ziel nicht nur als „Wohnstadt“ sondern auch als attraktive „Wirtschaftsstadt“ mit einem hohen Haushaltsnettoeinkommen ihrer Bürger wahrgenommen zu werden. Einer Zersplitterung von Marketingstrategien ist entgegenzuwirken, um Synergien effektiver zu nutzen und Budgets zu sparen.

Töchter der Stadt stärken

Die Stadt Wolfenbüttel trägt mit den Stadtwerken und dem Städtischen Klinikum Wolfenbüttel auch Verantwortung zur Daseinsvorsorge mit Wasser, Energie und Gesundheit. Beide Unternehmen müssen sich langfristig in einem sich ändernden Wettbewerbsumfeld behaupten können. Die CDU sorgt politisch und personell dafür, dass die Wettbewerbsfähigkeit erhalten und eine stabile und kostengünstige Versorgung der Bürger auf hohem Niveau sichergestellt wird. Für die Wirtschaft ist dabei auch wichtig, dass es eine stabile Stromversorgung gibt. Die von Teilen der Wirtschaft beklagten Schwankungen sollen nach dem Willen der CDU verbindlich abgestellt werden. Die CDU bekennt sich zu den Töchtern der Stadt – mit der CDU wird es keinen Ausverkauf geben!

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Mehr als Lessing: Kulturstadt Wolfenbüttel

Das historische Erbe Wolfenbüttels zeichnet unsere Stadt in der Region und weit darüber hinaus aus. Wolfenbüttel war ein Zentrum der Aufklärung und kann diesen Charakterzug ähnlich wie Weimar weiter ausbauen. Neben dem Fachwerkcharme unserer Stadt können prägende Persönlichkeiten wie Gotthold Ephraim Lessing und Anton Wilhelm Amo Touristenmagnete sein. An unserer reichhaltigen und einmaligen Kulturlandschaft sollen sich gerne noch mehr Besucher erfreuen. Aus den vorstehenden Ausführungen ergibt sich das sogenannte „Drei-Säulen-Modell“.

Säule 1: Bewahren und Fördern von klassischer Kunst und Kultur in Stadt und Kreis

• Hierbei geht es unter anderem auch um die bessere Abstimmung im Vorfeld der Planung von Veranstaltungen, um zeitliche und thematische Überschneidungen zu vermeiden. Die anzupassende Vernetzung der kulturellen Einrichtungen soll dabei kein Selbstzweck sein, sondern Synergien nutzen.

• Alle beteiligten Institutionen werden eine „Kulturplattform“ bilden. Beispiele: Nicht allein das Museum im Schloss, die Herzog-AugustBibliothek oder das Lessing-Theater entfalten ihre kulturelle Wirkung, sondern gemeinsam sind sie der „Magnet“. Nicht nur die Person Lessing, das Schloss, das Theater und die Bibliothek, sondern die „Einheit“ Lessing als Schriftsteller, Bewohner der Stadt, Bibliothekar usw. tragen zu einer optimalen Bewahrung und Förderung der Kultur Wolfenbüttels bei.

• Dem Stellenwert des jüdischen Erbes und der jüdischen Tradition unserer Stadt soll eine höhere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die Wiederbelebung der Samson Schule am Neuen Weg durch die Moses Mendelssohn Stiftung soll inhaltlich aktiv durch die Stadt und die affinen Institutionen begleitet werden. Parallel dazu soll in Abstimmung mit dem Besitzer des Hauses Harzstraße 12 die dortige ehemalige „Alte Synagoge“ denkmalgerecht wiederhergestellt und öffentlich zugängig gemacht werden.

• Die Gruppe der „klassisch“ Kunst- und Kulturinteressierten muss wachsen, wir brauchen neben den etablierten Kunst- und Kulturfreunden eine breitere Anerkennung und damit Basis der jüngeren Generationen.

• In einem zweiten Schritt werden wir die Vernetzung von kulturellen Einrichtungen und unseren Schulen fördern und beleben. Neben „Wolfenbüttel forscht“ ist ein Schülerwettbewerb im kulturellen Bereich denkbar.

Säule 2: Kultur und Tourismus

• Das Kulturerbe Wolfenbüttel hat eine große Bedeutung für den Tourismus und ist damit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Den Tourismus wollen wir daher weiter ausbauen. Dabei fordern wir, den Trend von Inlandsreisen zu nutzen und ein gezieltes und zudem weiter gefasstes Marketing für Bildungs- und Kulturreisende bis über die niedersächsischen Landesgrenzen hinaus, bspw. in Großstädte zu schalten. Diese Kommunikation gilt es umzusetzen.

• Wolfenbüttel ist hierbei als Zentrum eines vielfältigen Angebotes zu verstehen, in dem Kunst und Kultur mit attraktiven Freizeitangeboten verknüpft werden. Bereits bestehende Angebote sind weiter zu führen und vor allem aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Hinblick auf die pandemischen Rahmenbedingungen deutlich auszuweiten. Inlandsurlaub, insbesondere für Familien, ist der zukünftige Wachstumsmarkt. Kombinierbare Angebote, bestehend aus Kultur, Kunst, Sport, Freizeit und Natur sind hinsichtlich der Kurzreisen verstärkt anzubieten. Die wirtschaftliche Entwicklung für den lokalen Handel, Gastronomie und Hotellerie ist in diesem Zusammenhang eine wichtige Kennzahl der Planungen für mittel- und langfriste kommunale Haushaltspositionen.

• Die Marke „Lessingstadt“ wollen wir fördern und zugleich auch die Lebensgeschichte von Anton Wilhelm Amo veranschaulichen. Amos Potenzial wurde bisher nicht optimal genutzt und soll in Zukunft zum positiven Image der Stadt beitragen. Seine Geschichte wird ähnlich wie die Lessings durch Stadtführungen, Publikationen, Social-Media und Werbemittel touristisch aufbereitet werden. Zudem werden wir die akademische Aufbereitung mit Kooperationspartnern forcieren und für die filmische Aufbereitung in dokumentarischer oder unterhaltender Form werben.

Säule 3: Veranstaltungsformate

• Die musikalische Tradition Wolfenbüttels aus Renaissance und Barock möchten wir neu beleben. Die Werke von Hofkapellmeister Michael Praetorius spielen dabei eine zentrale Rolle. Wir werden zwei Bänke aufstellen, die dezent Musik spielen. Dabei werden wir auf klassische Werke setzen, die an die musikalische Tradition Wolfenbüttels aus Renaissance und Barock anknüpfen. So wie Mozart in Salzburg und Chopin in Warschau aus Stadtmöbeln klingen, wird bei uns Michael Praetorius zu hören sein. Sinnvolle Standorte könnten die Bereiche Am Alten Tore und die Okerstraße sein. Weitere Standorte sind denkbar. Zudem wird es ein Open-AirKlassik-Veranstaltungsformat auf dem Stadtmarkt geben. Einen Praetorius-Musikpreis für Nachwuchskünstler, der alle zwei Jahre von der Stadt vergeben wird, wollen wir neu für Wolfenbüttel etablieren

• Unser Ziel ist die Öffnung des Hausmannsturms (Schlossturms) für Besucher. Bauliche Fragen und der Brandschutz werden zu beachten sein. Der Besuch des Turms und gegebenenfalls weiterer, bisher nicht zugänglicher Bereiche im Schloss – z. B. Teile des Dachstuhls – wird regionale Besucher anziehen und den Bürgerinnen und Bürgern einen neuen Blick auf ihre Stadt ermöglichen. Der Turm wird ein Anziehungspunkt sein und Menschen in das Zentrum bringen. Die voraussichtlichen Kosten für den Umbau unter Einbeziehung von Spenden, Fördergeldern und Sponsoren erscheinen mittel- und langfristig in einem vertretbaren Verhältnis.

• Das kulturelle Angebot wollen wir langfristig durch eine Kunsthalle erweitern. Einerseits soll der Bestand historischer Werke der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Andererseits sollen zeitgenössische Künstler hier Raum finden. Als Ausstellungsmöglichkeit für Künstler wollen wir geeignete Orte, unter anderem derzeit auch leerstehende Geschäfte und Gebäude in der Kernstadt anbieten, die in die städtische Museumslandschaft entweder dauerhaft oder nur zeitweise eingebettet werden. Hiermit beleben wir die Innenstadt. Dies soll mittelfristig Nukleus einer eigenständigen Kunsthalle werden.

• „Wolfenbüttel trägt vor“ – so lautet unser Vorschlag als Oberbegriff für die Kulturszene und deren Formate. Attraktive Kombinationen der verschiedenen Kultureinrichtungen, und zwar trägerübergreifend, müssen hierbei Anwendung finden. Die Einbindung der Schulen, wie bspw. bereits mit dem Kulturstadtverein erfolgt, und den Teilnehmern der Landesmusikakademie, den Hospitanten der Herzog-AugustBibliothek, den Studierenden der Technischen-Universität Braunschweig oder der Hochschule für Bildende Künste ist anzustreben.

• Wir wollen mittel- und langfristig die vielfältige Veranstaltungskultur für alle Altersgruppen stärken.

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Standpunkte zur Sportstadt Wolfenbüttel

Anhand ausgewählter Beispiele werden die Ergebnisse der CDU-Arbeitsgruppe Jugend und Sport vorgestellt. Teilnehmer dieser Gruppe waren Peter Emmerich, Uwe Predi­ger, Thorsten Weinhold, Till Weitkamp und Martin Koch (Sprecher).

Schwimmen lernen

Die Entwicklung bei den Kindern und Jugendlichen ist seit Jahren dramatisch, vor allem bei den Grundschülern. Die Situation wurde durch die Pandemie deut­lich verschärft. Die bisherigen Maßnahmen, einschließlich der jetzt eingeführten zusätzlichen Kurse muss in ein mittel- und langfristiges Konzept für verschiedene Alters- und Leistungsstufen überführt werden. Hierzu ist dringend die Sanierung des Lehrschwimmbeckens am Landeshuter Platz durchzuführen.  Die Sportver­eine sollten bei der Umsetzung von Konzepten zur Schwimmausbildung oder der Einführung von sogenannten Schwimmschulen durch Zuschüsse für Sach- und Personalkosten unterstützt werden. Ziel ist es, die altersgerechten Schwimmfähigkeiten kontinuierlich zu steigern und langfristig als entscheidende Grundlage für weitere Sportarten einzuführen. Die Schwimmausbildung für Kinder und Jugendliche muss dabei in festen Zielgrößen festgelegt werden. Hierzu sind laufende Abstimmungen mit den Vereinen und der Kommune erfor­derlich.

Sport als Standort- und Marketingfaktor

Sportveranstaltungen sollen verstärkt in Wolfenbüttel stattfinden, vor allem in der Innenstadt. Als neue Formate wären bspw. „3×3“ oder Skaterwettbewerbe denkbar, um Jugendliche für den Sport zu begeistern.

Umsetzung Sportentwicklungskonzept

Das bisherige Sportentwicklungskonzept aus dem Jahr 2003 muss weiterhin in den noch offenen Punkten planvoll umgesetzt werden. Gleichzeitig muss eine Anpassung an aktuelle Entwicklungen, wie bspw. von Mannschafts- und Einzel­sportarten, unter Einbindung der Bürgerinnen und Bürger aktualisiert werden. Die Auswirkungen für Vereine mit ihren differenzierten Angeboten unter pan­demischen Einflüssen ist dabei ein wesentlicher Bestandteil.

 

Sportförderrichtlinien

Die bisherige Struktur der Zuschüsse muss auch zukünftig zumindest auf gleich­bleibendem Niveau verlässlich gewährleistet sein, da der Sport wichtige Funkti­onen für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung erfüllt. Unabhängig sollten die Strukturen bzw. Arten der finanziellen Unterstützungen einer regelmäßigen Analyse hinsichtlich des tatsächlichen Bedarfes unterzogen werden. Dieses schließt die Förderung neuer Sporttrends und alternativer Formen ein.

Sporttag

Im Ortsteil Leinde findet langjährig ein sehr erfolgreicher Sporttag, die soge­nannte „Dorfolympiade“ statt, die für Jung und Alt ein besonderes Erlebnis ist. Dieses sollte ebenfalls in Form ein Freizeitveranstaltung oder eines Turniers in Wolfenbüttel etabliert werden. Ballsportarten wie Basketball, Handball, Fußball und Volleyball sind denkbar, bei dem sich Mannschaften in jeglicher Zusammen­stellung anmelden können. Vorstellbar ist eine Altersunterteilung sowie die Ein­bindung in das Ferienprogramm.

 

Ferner soll über die Kernsportarten hinaus in der Leichtathletik die Möglichkeit von Bonuspunkten geschaffen werden, die von den Teammitgliedern erzielt werden können und zu den Punkten in den Ballsportarten nach einem festge­legten System dazugerechnet werden und somit ein „Universal- Stadtmeister“ gekürt werden kann.

Imagebroschüre Jugend und Sport

Im analogen und digitalen Format soll eine Broschüre mit den wichtigsten The­men und Inhalten für den Bereich Jugend und Sport aufgelegt werden – ein mo­derner „Sportwegweiser“ analog der bereits eingeführten „Wolfenbüttel-App“.

Präsentation der Wolfenbütteler Vereine

Die regelmäßige Durchführung eines Tages der Wolfenbütteler Vereine in der Innenstadt muss in den jährlichen Veranstaltungskalender aufgenommen wer­den.

Infrastruktur und Mobilität

Für die Nutzung der Sportstätten muss ausreichend kostenfreier Parkraum zur Verfügung stehen. Aktuelles Beispiel hierzu ist die innerstädtische Sportanlage Meesche. Darüber hinaus ist zu prüfen, welche möglichen Bedarfe durch den öffentlichen Personenverkehr zu bedienen wären.

Einbindung Jugendparlament und Stadtjugendring

Das Jugendparlament und der Stadtjugendring sollten zukünftig bei Entschei­dungen der sie vertretenden Altersgruppen enger in die Prozesse und Verfahren eingebunden werden.

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CDU-Wahlprogramm: Bauen, Stadtentwicklung und Umwelt

 Wohnen in der Stadt

  • Die Lückenbebauung in der Stadt ist voranzutreiben.
  • Brachliegender Wohnraum muss auf städtisches Betreiben hin reaktiviert wer­den. Bspw. auch durch die vom Landkreis und der Stadt Wolfenbüttel gemein­sam getragene WoBau.

Verkehr

  • Die Überprüfungen und Verbesserungen der Einbahnstraßenregelungen sind vorzunehmen.
  • Für die Instandsetzung von Straßen, insbesondere in den Ortsteilen, sind mittel- und langfristige Umsetzungen – mit den dafür bereitzustellenden Mitteln – drin­gend erforderlich.
  • Der Abbau des „Schilderwaldes“ ist unumgänglich.
  • Für die Fahrradwege gilt es, eine innerstädtische Optimierung und Gewährleis­tung der Sicherheit zu umzusetzen sowie die Abschaffung der Fahrradschutz­streifen im Kalten Tal, Rosenwall, Dr.-Heinrich-Jasper-Straße und Salzdahlumer Straße.
  • Das Vorantreiben eines Car-Sharing-Projektes für und in Wolfenbüttel muss zeit­nah realisiert werden.

Parken in der Innenstadt

  • Das erlaubte und kostenfreie Parken vor dem Zeughaus an Markttagen bis 14 Uhr ist einzuführen.
  • Für ein zeitgemäßes Parken müssen die ersten 30 Minuten gebührenfrei sein.
  • Die Parkplatzsuche erfolgt mit Hilfe einer modernen APP-Lösung.
  • Elektro-Kraftahrzeuge erhalten ein kostenloses Parken.
  • Die Parkplätze im Innenstadtbereich, d. h. innere Okerumflut sind zu erhalten und weitere Parkplätze in diesem Bereich zu schaffen. Bspw. in den Bereichen Theater und der Turnhalle am Landeshuter Platz.

Wohnen und Einkaufen in der Innenstadt

  • Ladestationen für E-Fahrzeuge in der Innenstadt sind zu etablieren, insbeson­dere auf Parkplätzen rund um den Stadtmarkt.
  • Zur Erhöhung der Verweildauer in der Innenstadt sind weitere Bänke aufzustel­len und Minispielplätze einzurichten.

Stadtentwicklung

  • Ein neuer Flächennutzungsplan 2040 muss erstellt werden.
  • Die Fortführung der Umsetzung von sozialen Wohnungsbauprojekten im Söde­weg (Abschnitt 2 und 3) ist zu gewährleisten.
  • Die Weiterentwicklung innerstädtischer Quartiere wird verfolgt.
  • Für die Revitalisierungen und der Aufstellung von Bebauungsplänen wird insbe­sondere das Quartier “Alte Apotheke“ bis “Kloster zur Ehre Gottes“ genannt.
  • Der Ausbau und die Nutzbarmachung erneuerbarer Energien, wie das Ermögli­chen von Forschung an Wasserkraft sind vorzusehen.
  • Die bedarfsgerechte Schaffung, Erhalt und Sanierung von Dorfgemeinschafts­häusern in den Ortsteilen muss dringend umgesetzt werden.
  • Die konsequente und zügige Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans zur Ge­währleistung der Einsatzfähigkeit der Feuerwehren ist ohne jegliche Einschrän­kung durchzuführen.
  • Der Schlossturm muss geöffnet werden und für die Allgemeinheit begehbar sein.

Sonstiges

  • Das Schneeräumen durch Landwirte und Firmen auf Anforderung bei witte­rungsbedingten Situationen.
  • Gemeinsame Anpassung des Katastrophenschutzes zwischen Stadt und Land­kreis gegen extreme Wetterlagen.
  • Der Bau von Photovoltaikanlagen auf nicht denkmalgeschützten städtischen Ge­bäuden.

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